3. Mai 20261 Min. Lesezeit

Tigermücken erreichen neue europäische Städte

Aedes albopictus breitet sich mit etwa 20 km pro Jahr nach Norden aus. Was das für die Prävention in diesem Sommer bedeutet.

Last updated · 3. Mai 2026

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist kein mediterranes Problem mehr. Sie ist ein europäisches Problem. Aktuelle ECDC-Überwachungsdaten zeigen, dass sich die Art mit etwa 20 Kilometern pro Jahr nach Norden ausbreitet, mit etablierten Populationen in Städten, die sich bislang keine Gedanken über mückenübertragene Krankheiten machen mussten.

Warum das wichtig ist

Aedes albopictus ist der wichtigste Überträger von Dengue, Chikungunya und Zika in Europa. Die Europäische Kommission warnte im Januar 2026, dass Paris, Wien, Zagreb, London und Frankfurt allesamt ein Dengue-Übertragungsrisiko aufweisen.

Im Unterschied zur einheimischen Culex pipiens (die hauptsächlich nachts sticht und in stehendem Wasser brütet) ist die Tigermücke eine tagaktive Stecherin, die in Behältern so klein wie einem Flaschenverschluss brüten kann. Das erschwert die Prävention erheblich.

Was wirkt

  • Physische Barrieren zuerst. Ein WHO-vorqualifiziertes Bettmoskitonetz oder ein passendes Fenstergitter stoppt die Mücke, bevor sie sticht – ohne Chemikalien auf der Haut.
  • Stehendes Wasser beseitigen. Untertassen unter Blumentöpfen, Dachrinnen, Kinderspielzeug, das draußen im Regen steht. Wöchentlich leeren.
  • Zu Morgen- und Abenddämmerung bedecken. Lange Ärmel und Hosen in hellen Farben.

Was nicht wirkt

Citronella-Kerzen. Ultraschallgeräte. Vitamin-B1-Präparate. Für keines davon gibt es glaubwürdige Belege.

Fazit

Behandeln Sie Ihr Zuhause wie eine Frontlinie. Die Tigermücke hat sich eingenistet. Prävention beginnt am Fliegengitter – nicht an der Sprühflasche.